Projekte des Rotary Clubs Graz Zeughaus

Soziales Engagement und die direkte Unterstützung Hilfsbedürftiger oder von Organisationen, die sich in diesem Bereich betätigen, sind ein erklärtes Ziel aller Rotarier, ist doch Rotary eine weltweite Organisation von Personen aus dem Berufs- und Geschäftsleben, die sich dem humanitären Dienst widmen und hohe ethische Grundsätze vorleben und fördern.

So hat auch der Rotary Club Graz Zeughaus seit seiner Gründung dank des unermüdlichen Einsatzes seiner Mitglieder eine Vielzahl von Sozialprojekten verwirklichen können. Die dafür erforderlichen Geldmittel wurden entweder direkt von den Mitgliedern aufgebracht oder in Form von Fund-raising Projekten erwirtschaftet.

Neben der Unterstützung von sozial Schwachen ist auch der Jugendaustausch und die Betreuung von Studenten aus den verschiedensten Ländern eine Aufgabe, der sich Rotary im Allgemeinen und der RC-Graz Zeughaus im Besonderen annimmt.


Jubiläumsprojekt "100 Jahre Rotary"
(Festansprache von Präs. Alois Kernbauer anlässlich der Präsentation des begehbaren Brunnens am Karmeliterplatz)

Aus Anlass der Hundertjahrfeier von Rotary International hat sich der Rotary Club Graz-Zeughaus finanziell an der Ausgestaltung des begehbaren Wasserbeckens am Karmeliterplatz beteiligt. Während Rotary zumeist wenig öffentliches Aufhebens um seine Sozialprojekte macht, wollten wir damit einen sichtbaren Beitrag zur Hebung der Lebensqualität in der Stadt leisten, den Menschen also dienlich sein und zugleich dem Wunsch von Rotary International gerecht werden, in unserer Stadt dauerhaft an das Hundertjahrjubiläum zu erinnern.

Begehbares Wasserbecken

Im Zuge der Neugestaltung des Karmeliterplatzes suchte die Stadt Graz einen Sponsor für die Ausgestaltung des begehbaren Wasserbeckens in dieser Form. Wir haben diese Idee als „Jubiläumsprojekt“ unseres Clubs aufgegriffen. – Die in den Beckenrand eingelassene Plakette mit dem Satz des Thales von Milet soll daran erinnern, getreu dem Motto:

„Man kann die Zeit festhalten, wenn man sie in Tat umsetzt.
In der Gestalt eines geschaffenen Werkes umgibt die Zeit des Großvaters noch den Enkel.“

(Peter Rosegger)

Das künftiges Projekt von Rotary International wird dem „Wasser“ gewidmet sein

Nach Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) waren im Jahr 2000 1,1 Milliarden Menschen unzureichend mit sauberem Wasser versorgt. 2,4 Milliarden Menschen fehlt der Zugang zu Sanitätseinrichtungen, 2,2 Millionen Menschen sterben jährlich an Infektionskrankheiten aufgrund unzureichender Versorgung mit Trinkwasser, 90 % davon sind Kinder unter 5 Jahren.
Der Weltwasserentwicklungsbericht der UNO aus dem Jahre 2003 spricht von einer internationalen Wasserkrise: Bis 2050 werden günstigstenfalls 2 Mrd. Menschen in 48 Ländern, schlimmstenfalls 7 Mrd. Menschen in 60 Ländern von Wasserknappheit (weniger als 1700 m³ Süßwasser pro Kopf und Jahr) bedroht sein.
Rotary wird mithelfen, dieser Entwicklung entgegenzusteuern.

Wasser

Wasser ist DAS Lebenselement schlechthin. Der Mensch besteht zu ca. 80 Prozent aus Wasser. Wasser wurde seit jeher mit Leben in Verbindung gebracht, wir suchen auf anderen Planeten zuerst nach Wasser als der Voraussetzung allen Lebens.
Viele Kosmogonien sehen im Wasser den Urzustand der Welt. Zugleich gilt es als die machthaltige Substanz, die Leben, Fruchtbarkeit und Gesundheit spendet und für Reinigung und Sündentilgung steht.
Auch die Genesis und damit der Beginn der drei großen Religionen Judentum, Christentum, Islam setzt das Wasser an den Ausgangspunkt:

„Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag über dem Abgrund, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.“ (Genesis 1,1)

Die ionischen Naturphilosophen vollzogen den entscheidenden Quantensprung in der Menschheitsgeschichte, indem sie vom mythologischen zum rationalen Denken, vom Mythos zum Logos, überführten. Sie suchten vor allem auch nach einer Antwort auf die Frage, was das Urelement sei. Einer von ihnen, Thales von Milet (geb. um 625 – gest. um 547 v. Chr.) sah es im Wasser:

„Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser, aus Wasser ist alles, und in Wasser kehrt wieder alles zurück.“

Empedokles von Agrigent (geb. 483 oder 482 – gest. zwischen 430 und 420 v. Chr.) setzte in diesem Diskussionsprozess den Schlusspunkt:
Demnach gibt es vier Elemente: Feuer, Wasser, Luft und Erde, die als Prinzipien gesehen wurden und als solche bis in das 18. Jahrhundert die grundsätzliche Lehre der Naturauffassung darstellten.

In all den Jahrhunderten erlebte sie unterschiedliche Ausformungen, wenn beispielsweise die vier Elemente im Anschluss an die neuplatonische Weltsicht der frühen Neuzeit Planeten und Engelschören zugeordnet wurden:
Dem Feuer entspricht demnach die Sonne und der Mars (ebenso die Seraphim „Tugenden“ und „Kräfte“), der Luft der Jupiter und die Venus (ebenso die Cherubim), dem Wasser der Saturn und der Merkur (ebenso die Erzengel und „Gekrönten“) und der Erde die Fixsterne und der Mond (ebenso die „Herrschaften“ und Fürstentümer“).

Paracelsus (gest. 1541) versuchte einen neuen Weg zu gehen und ersetzte die vier Elemente durch drei: Sulphur – Mercurius – Sal.

Die Experimente J. Priestley’s und H. Cavendish’s zur Klärung des Verbrennungsvorganges führten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu dem Schluss, dass Luft kein Element sein kann.
Antoine Laurent de Lavoisier fasste all die Erkenntnisse und seine eigenen Forschungsergebnisse in seinem „Traité élémentaire de chimie“, 1789, zusammen und postulierte eine neue Elementenlehre.
A. Baumé, ein überaus angesehener zeitgenössischer Naturforscher, nannte dies „absurdes Geschwätz“, denn man würde damit allen bisherigen Forschungsresultaten die Basis entziehen, wollte man Feuer, Wasser, Luft und Erde nicht mehr als Elemente gelten lassen.

Es dauerte noch weitere acht Jahrzehnte, bis J. L. Meyer und D. I. Mendelejew unabhängig voneinander im Jahre 1869 das Periodensystem der Elemente veröffentlichten.
Beide Chemiker hatten im Übrigen Kontakte zu Graz; Meyer war der engste Freund des Grazer Chemikers L. v. Pebal, Mendelejew verbrachte zu Beginn des 20. Jahrhunderts alljährlich die Sommermonate in Graz.
Dieses scheinbar so einfache Molekül aus zwei Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom mit den drei Aggregatzuständen und der sonderbaren Eigenschaft, die größte Dichte bei + 4 Grad Celsius zu erreichen, scheint in der Tat die zentrale Substanz zu sein, die unendlich viele Fragen aufwirft. Vielleicht stehen wir am Anfang eines entscheidenden Entdeckungs- und Erkenntnisprozesses.